Musiktherapie
Musik kann uns unmittelbar berühren. Sie kann unsere Stimmung verändern, Erinnerungen wachrufen oder Gefühle hervorrufen, für die wir vielleicht noch keine Worte haben.
Genau diese besondere Wirkung nutzt die Musiktherapie. Über Instrumente, Klänge oder die eigene Stimme kann inneres Erleben Ausdruck finden und unmittelbar erfahrbar werden. Dabei geht es nicht darum, ein Instrument spielen oder „Musik machen“ zu können. Du brauchst weder musikalische Vorkenntnisse noch besondere Fähigkeiten. Ein einzelner Ton oder auch die Stille können bereits Ausdruck dessen sein, was du gerade wahrnimmst.
Ausdrücken und ausprobieren
In meiner Arbeit nutze ich vor allem leicht spielbare Instrumente wie Trommeln, Orff-Instrumente und Klangspiele. Manchmal gebe ich dir einen Impuls, manchmal schauen wir, welches Instrument dich spontan anspricht und was daraus entsteht. Auch das Instrument selbst kann Bedeutung bekommen. Seine Form, Größe, sein Material oder seine Beschaffenheit können etwas in dir ansprechen und zum Symbol für dein Erleben werden.
Auch das bewusste Hören von Musik kann Teil unserer Arbeit sein. Dabei können Gefühle, Erinnerungen, Körperempfindungen oder innere Bilder entstehen. Wir greifen auf, was sich zeigt, und beziehen es in den weiteren therapeutischen Prozess ein.
In Beziehung und Resonanz
Eine besondere Möglichkeit bietet das gemeinsame musikalische Spiel. Wir können miteinander in Kontakt treten, ohne zunächst miteinander sprechen zu müssen. Dabei können dein Erleben und deine Art, in Beziehung zu sein, unmittelbar erfahrbar werden.
Du kannst ausprobieren, dich hörbar zu machen oder zurückzunehmen, zu führen oder zu folgen, dich anzupassen oder bei dir zu bleiben. Auch Nähe und Abgrenzung, Raum nehmen und Raum geben können dabei eine Rolle spielen.
Was dabei entsteht, betrachten und reflektieren wir gemeinsam. Vertraute Beziehungs- und Reaktionsmuster können deutlicher werden und du kannst neue Möglichkeiten unmittelbar ausprobieren und erleben. Diese Erfahrungen können dir helfen, auch außerhalb des therapeutischen Raumes bewusster wahrzunehmen, wie du Beziehungen gestaltest, was du darin brauchst und was du vielleicht verändern möchtest.