Tanz- und Ausdruckstherapie

Wenn der Körper in Bewegung kommt

Unser Körper verbindet unsere innere mit unserer äußeren Welt. Über ihn nehmen wir wahr, was um uns herum geschieht, und zugleich, was es in uns auslöst. Wir spüren, fühlen, reagieren und treten in Beziehung. Unser Erleben findet dabei seinen ganz eigenen Ausdruck – in unserer Haltung und Atmung, unserer Körperspannung und in der Art, wie wir uns bewegen.

Die Tanz- und Ausdruckstherapie greift diese natürliche Ausdrucksfähigkeit des Körpers auf. In der Bewegung kann inneres Erleben nach außen treten, sichtbar und unmittelbar erfahrbar werden. Gleichzeitig wirkt Bewegung auf unser inneres Erleben zurück: Wenn wir unsere Haltung verändern, neue Bewegungen ausprobieren oder gewohnte Bewegungsmuster verlassen, können sich auch Empfindungen, Gefühle und innere Zustände verändern. Bewegung wird so nicht nur zum Ausdruck dessen, was in uns geschieht, sondern eröffnet zugleich die Möglichkeit, etwas Neues zu erfahren.

Dabei geht es nicht darum, tanzen zu können oder bestimmte Bewegungen auszuführen. Vielmehr richtest du deine Aufmerksamkeit auf das, was du in deinem Körper wahrnimmst und welche Bewegungsimpulse aus dir selbst heraus entstehen. Eine Bewegung kann ganz klein sein – ein veränderter Atem, eine Geste oder ein Aufrichten – oder kraftvoll, raumgreifend und tänzerisch werden. Entscheidend ist nicht, wie eine Bewegung aussieht, sondern was du dabei wahrnimmst und erlebst.

Du entscheidest selbst, wie und wie viel du dich bewegen möchtest. Es gibt kein Richtig oder Falsch, nichts muss schön aussehen und niemand bewertet deine Bewegung – entscheidend ist allein, was sich für dich stimmig und sicher anfühlt.

In Bewegung erfahren, was sich verändern kann

In der therapeutischen Arbeit können wir mit dem, was sich zeigt, weiterarbeiten und neue Erfahrungen entstehen lassen. Du kannst beispielsweise ausprobieren, wie es sich anfühlt, mehr Raum einzunehmen, eine Grenze zu setzen, Halt zu finden, etwas loszulassen oder einem Gefühl Ausdruck zu geben. Dabei können vertraute Bewegungs- und Reaktionsmuster sichtbar werden und neue Möglichkeiten entstehen. Was verändert sich, wenn du eine andere Haltung einnimmst? Wie fühlt es sich an, einer Bewegung zu folgen, statt sie zurückzuhalten? Was brauchst du, damit sich etwas sicher oder stimmig anfühlt?

Das Erlebte betrachten und reflektieren wir gemeinsam. So können Zusammenhänge verständlicher, eigene Bedürfnisse und Grenzen deutlicher und neue Handlungsmöglichkeiten erfahrbar werden. Erfahrungen aus der Bewegung können auf diese Weise ihren Weg aus dem therapeutischen Raum in dein alltägliches Leben finden.